WordPress-Updates richtig durchführen: die Checkliste für Betreiber
Updates sind die wichtigste einzelne Maßnahme für die Sicherheit einer WordPress-Website –
und gleichzeitig der Grund, warum viele Betreiber sie meiden. Die Sorge ist berechtigt: Ein
Update kann ein Layout zerschießen oder ein Formular lahmlegen. Nur ist die Alternative
schlechter. Diese Checkliste macht Updates berechenbar.
Warum Updates nicht warten können
Wenn eine Sicherheitslücke in einem verbreiteten Plugin öffentlich wird, erscheint kurz
darauf eine technische Beschreibung – und automatisierte Scanner suchen im Netz gezielt nach
Websites, die noch die alte Version einsetzen. Zwischen Veröffentlichung und den ersten
Angriffsversuchen liegen häufig nur Stunden. Ein Plugin, das seit Monaten nicht aktualisiert
wurde, ist deshalb kein theoretisches Risiko.
Vor dem Update
1. Vollständiges Backup erstellen
Dateien und Datenbank, und zwar an einem Ort außerhalb des Servers. Ein Backup,
das auf demselben Server liegt wie die Website, hilft bei einem Serverausfall nicht. Prüfen
Sie außerdem, ob Sie das Backup tatsächlich zurückspielen können – viele merken erst im
Ernstfall, dass die Sicherung unvollständig war.
2. Änderungsprotokolle lesen
Bei größeren Updates lohnt der Blick ins Changelog. Steht dort „Breaking Changes“, ein
Sprung in der Hauptversionsnummer oder eine neue PHP-Mindestversion, ist besondere Vorsicht
angebracht.
3. Einen guten Zeitpunkt wählen
Nicht freitags um 17 Uhr. Nicht während einer laufenden Kampagne. Und nicht, wenn Sie in
den nächsten Stunden nicht erreichbar sind. Wenn etwas schiefgeht, brauchen Sie Zeit.
4. Auf einer Staging-Umgebung testen
Der wichtigste Punkt der Liste. Eine Staging-Umgebung ist eine vollständige Kopie Ihrer
Website, auf der Updates zuerst laufen. Passt alles, wird dasselbe Update live eingespielt.
Damit verlagert sich das Risiko von Ihrer Website auf eine Kopie, die niemand sieht.
Beim Update
5. Die Reihenfolge einhalten
Erst den WordPress-Kern, dann das Theme, dann die Plugins. Plugins möglichst einzeln oder
in kleinen Gruppen – wenn Sie zwanzig auf einmal aktualisieren und danach etwas nicht mehr
funktioniert, wissen Sie nicht, welches es war.
6. Nach jedem Schritt kurz prüfen
Ein Blick auf die Startseite und ins Backend reicht meist, um einen groben Fehler sofort
zu bemerken.
Nach dem Update
7. Die wichtigen Wege durchklicken
Prüfen Sie mindestens: Startseite, eine Unterseite, einen Blogbeitrag, das Kontaktformular
(inklusive tatsächlichem Versand einer Testnachricht), die Suche, das Menü auf dem Smartphone
und – falls vorhanden – den gesamten Bestellvorgang im Shop.
8. Fehlerprotokolle ansehen
PHP-Warnungen und -Fehler tauchen selten sichtbar auf der Website auf, stehen aber im
Fehlerprotokoll. Dort zeigt sich früh, wenn ein Plugin mit der neuen Version nicht mehr
zurechtkommt.
9. Ladezeit gegenprüfen
Manche Updates bringen zusätzliche Skripte mit. Ein kurzer Test mit PageSpeed Insights
zeigt, ob die Seite spürbar langsamer geworden ist.
10. Caches leeren
Server-Cache, Plugin-Cache und – falls vorhanden – der Cache Ihres CDN. Sonst sehen Sie
selbst die alte Version und wundern sich, warum die Änderung nicht ankommt.
Wenn doch etwas kaputtgeht
Bleiben Sie systematisch. Deaktivieren Sie das zuletzt aktualisierte Plugin. Ist der
Fehler weg, haben Sie den Verursacher. Bleibt er, wechseln Sie testweise auf ein
Standard-Theme. Führt beides nicht weiter, spielen Sie das Backup zurück und suchen in Ruhe
weiter – auf der Staging-Umgebung, nicht live.
Wie oft ist oft genug?
Sicherheitsupdates: sofort. Alles andere: mindestens wöchentlich prüfen, mindestens
zweimal im Monat einspielen. Wichtiger als der Takt ist, dass es überhaupt jemand
regelmäßig macht. Genau das ist der Kern eines
Wartungsvertrags: nicht das Klicken, sondern die
Verlässlichkeit.
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